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So funktioniert Deine Corporate Language

„Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ Wer kennt ihn nicht, den berühmten Werbeslogan? Die Tonalität dieses Spruches zieht sich durch das gesamte Konzept des großen schwedischen Möbelhauses. Der Kunde wird immer per Du angesprochen. Im Werbespot, im Katalog, im Geschäft, sowie auf der Homepage. Durch das Duzen stellt IKEA ein freundschaftliches, sympathisches Verhältnis zwischen Unternehmen und Kunde her. Gefühl: Wir sind ein Team. Zudem hat der Werbesprecher stets einen schwedischen Akzent, was dem Konzept eine gewisse Authentizität verleiht. Und das ist sicher kein Zufall: der Möbelbauer gehört zu den absoluten Profis in der Umsetzung seiner Corporate Language und lässt sie in allen Bereichen einheitlich durchklingen.

Es ist allseits bekannt und wird gern und viel besprochen, wie wichtig Deine Persönlichkeit, Dein Design und Dein Branding für die Identität Deiner Marke sind. Die Ausgestaltung Deines Angebotes natürlich ebenso. Was viele meines Erachtens jedoch zu wenig berücksichtigen, ist der große Mehrwert, den eine eigene Corporate Language bietet.

Doch was ist eine Corporate Language eigentlich genau? Warum ist sie so wichtig und was bewirkt sie? Schauen wir uns das Thema doch einmal genauer an…

Was ist eine Corporate Language?

Unter dem Begriff Corporate Language versteht man den individuellen und charakteristischen Sprachgebrauch eines Unternehmens. Es handelt sich quasi um die sprachliche Identität. Dank ihr wirst Du von Deinen Kunden bereits an Deiner Wortwahl wiedererkannt. Du kommst extrem authentisch rüber und leistest einen subtilen, aber wichtigen Beitrag zum Thema Vertrauensaufbau. Außerdem gilt: nicht nur Deine Community, sondern auch Google belohnt die Wiederholung unverkennbarer Begriffe und Textbausteine mit einem konstant höheren Ranking.

Corporate Language als Teil der CI

Die Sprache, die Du sprichst, ist maßgeblich für Deinen Wiedererkennungswert verantwortlich. Sie ist – wie der Name schon sagt – die Art und Weise, wie Du Dein Umfeld „ansprichst“, wie auf es zugehst und es dort abholst, wo es gerade steht. Bei dem populären Begriff Corporate Identity (CI) wirst Du wahrscheinlich zuerst an das visuelle Design einer Firma denken. Wie zum Beispiel das Logo oder die typische Farbgebung. Im Falle unseres Beispiels IKEA wäre das der blaue Schriftzug in großen Lettern auf gelbem Grund. Die wenigsten wissen aber, dass die Corporate Language ein ebenso wichtiger Teilbereich der CI eines Unternehmens ist.

Sie ergänzt die Funktion der CI auf verbaler Ebene. So kann sie den Eindruck verstärken, den das Corporate Design durch bestimmte Farben oder Symbole eher indirekt vermittelt. Die Sprache transportiert die Botschaft eines Unternehmens, bringt deren Kultur zum Ausdruck und weckt Emotionen bei den Konsumenten. Die Corporate Language regelt also nicht nur die einheitliche Verwendung von Begriffen oder Schreibweisen, sondern informiert den Empfänger über die Identität des Absenders. Das heißt, sie unterstreicht und stärkt Deinen Auftritt, Deine Werte und Deine Persönlichkeit und schlägt somit eine Brücke zu Deinen Kunden.

Deine Corporate Language spiegelt Dein Leitbild wieder

IKEA vermittelt dadurch: „Wir sind jung, nahbar und sympathisch. Bei uns ist der Umgang sowohl intern als auch extern freundschaftlich und familiär.“. Für einen seriösen Finanzdienstleister wäre das freundschaftliche IKEA-Du dagegen eher unpassend und würde ein falsches, unter Umständen unseriöses Bild vermitteln. Du siehst also, Deine Sprache sollte authentisch und einheitlich sein. Wenn Du Deine Kunden mal mit Du, dann wieder mit Sie ansprichst, mal lockere und mal offizielle Texte schreibst, verwirrt das Deine Kunden und wirkt unglaubwürdig. Ich erinnere daran: Deine Community sucht zwar zunächst das Produkt oder die Dienstleistung. Wenn Du als Mensch dahinter jedoch nicht dazu passt, wird sie weiterziehen.

Deine Corporate Language schafft Vertrauen

Nutze Deine Sprache, um Vertrauen zu Deinen Kunden aufzubauen. Wer verständlich und transparent kommuniziert, zeigt, dass er nichts zu verbergen hat. Um Dich kundenorientiert zu zeigen, solltest Du statt Fachchinesisch eine persönliche, verbindliche Ansprache wählen und somit Sympathie aufbauen.

Hier ein kleines Beispiel: auf eine Reklamation könntest Du entweder antworten: „Durch die Überprüfung wurde der Produktmangel bestätigt.“. Oder du könntest schreiben: „Sie haben Recht, das Produkt war mangelhaft. Dafür entschuldigen wir uns.“ – Was klingt für Dich menschlicher und verbindlicher?

„Worte sind Luft. Aber die Luft wird zum Wind und Wind macht die Schiffe segeln.“ Gotthold Ephraim Lessing

Wie der kluge Lessing schon sagte, sind Worte essentiell. Und zwar nicht irgendwelche Worte, sondern die Richtigen. Im richtigen Tonfall, zum richtigen Zeitpunkt und mit der richtigen Haltung. Und das in jedem Bereich. Denn eine besondere, wiedererkennbare Tonalität schafft Aufmerksamkeit, Sympathie und Vertrauen. Langfristig. Nachhaltig.

Das bedeutet einen einheitlichen Sprachgebrauch in Deinem gesamten Unternehmen, also auch in Deiner Kommunikation. Im externen Bereich sind das zum Beispiel Slogans, Anzeigen, Dein Internetauftritt, Newsletter, E-Mails oder Social-Media-Beiträge. In der internen Unternehmens-Kommunikation findet die Corporate Language Anwendung unter anderem in Rundschreiben, Mitarbeiterzeitschriften oder Aushängen. Hier ist Sie ein wesentlicher Bestandteil dessen, wie Deine Mitarbeiter sich mit ihrem Job identifizieren und auch, wie sie selbst miteinander kommunizieren.

Leider wird der Sprache oft nicht genug Bedeutung beigemessen, auch wenn sonst peinlichst genau auf die CI geachtet wird. Doch ein lückenloses Profil, das sich durch alle Bereiche des Unternehmens zieht, ist immer der Schlüssel zum Erfolg.

Dein eigener Sound

Stark vereinfacht ausgedrückt, ist eine Corporate Language also ein Muster wiederkehrender Formulierungen, eine eigene Sprachwelt, sowie eine festgelegte Tonalität. Wobei Tonalität an dieser Stelle den „Sound“ (die Stimmungslage) meint, der unabhängig vom Inhalt in allen Deinen Texten vorherrscht. Wenn Du eine Corporate Language festlegst, intensivierst Du Deine Botschaften, steigerst Deinen Wiedererkennungswert und profitierst von allen positiven Effekten eines starken und einheitlichen Profils.

Mein Slogan ist „Write something, that matters“. Daher findest Du auch hier in meinem Blog, in meinen Social Media-Profilen und in meinen Webtexten immer wieder Anmutungen an diese Aussage, wie „It‘s the stories, that matter“ oder „You matter“.

Wenn Du Lust hast, zu erfahren, wie Du Deine eigene Unternehmenssprache entwickeln kannst, stehe ich Dir hier gerne und jederzeit für einen Gedankenaustausch zur Verfügung. Viel Erfolg mit Deiner eigenen Corporate Language!